Alters- und Pflegeheime im Kanton Luzern 2024
Erneut weniger Eintritte in Luzerner Heime
Anfang 2024 boten insgesamt 67 Luzerner Institutionen (darunter 1 Altersheim und 1 Kloster) 5'165 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung an. Das sind leicht mehr als im Vorjahr (2023: 5'152 Plätze). Der Kanton Luzern verfügt damit über mehr als die Hälfte aller stationären Plätze der Zentralschweiz (ZCH: 9'770 Plätze).
Ende 2024 lebten 4'952 Bewohner/innen in den Pflegeheimen des Kantons. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Heimbewohner/innen leicht gestiegen (+1,7%). Die Luzerner Institutionen waren im Jahresdurchschnitt zu 96,5 Prozent ausgelastet. Dieser Wert liegt leicht über dem Zentralschweizer Durchschnitt (ZCH: 96,3%).
Zwei Drittel der Luzerner Heimbewohnenden sind Frauen
2024 wurde ein Langzeitaufenthalt in einem Luzerner Heim im Schnitt mit 83,1 Jahren angetreten. Das Eintrittsalter ist über einen längeren Zeitraum nahezu unverändert geblieben (2015: 83,0 Jahre).
Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren, der in einem Pflegeheim lebt, ist im Kanton Luzern unverändert bei 6,0 Prozent geblieben. Im langfristigen Vergleich lässt sich jedoch ein Rückgang erkennen (2015: 7,0%). Der Bevölkerungsanteil der 95-jährigen und älteren Luzerner/innen, der in einem Pflegeheim lebt, ist ebenfalls gesunken – von 55,9 Prozent im Jahr 2015 auf 53,5 Prozent im Jahr 2024.
Gut zwei Drittel der Luzerner Heimbewohnenden waren 2024 weiblich (68,1%). Mit zunehmendem Alter steigt der Frauenanteil in den Pflegeheimen an. Im Alter ab 95 Jahren waren vier Fünftel der Luzerner Heimbewohner/innen Frauen (79,9%). Der Frauenanteil erhöht sich in den Heimen, unter anderem auch dadurch, dass Frauen eine höhere Lebenserwartung haben und im Alter häufiger allein leben. Männer können umgekehrt im Fall einer Pflegebedürftigkeit eher auf die Unterstützung einer Partnerin zurückgreifen.
Mehr als die Hälfte der Eintritte mit langfristiger Absicht
2024 wurden 3'516 Eintritte in die 67 Luzerner Pflegeinstitutionen gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies erneut einer Abnahme, diesmal um 5,2 Prozent. 44,8 Prozent dieser Heimeintritte initiierten einen Kurzzeitaufenthalt. Kurzzeitaufenthalte in Heimen können Angehörige entlasten oder bei kurzzeitig verschlechtertem Gesundheitszustand sinnvoll sein. Sie sind Teil der intermediären Strukturen, die zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Anteil der Eintritte für einen Kurzzeitaufenthalt ist innerhalb von zehn Jahren stark gestiegen (2015: 36,9%).
2024 erfolgten 55,2 Prozent der Eintritte in Luzerner Heime mit langfristiger Absicht. 39,2 Prozent dieser Langzeitaufenthalter/innen hatten zuvor im eigenen Zuhause gelebt. 31,7 Prozent kamen vom Krankenhaus und 23,5 Prozent von einer anderen Institution ins Heim. Während der Austritt nach einem Kurzzeitaufenthalt meist zurück nach Hause führte, endeten die Langzeitaufenthalte meist mit dem Lebensende der Bewohner/innen (86,5%). Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts betrug 2024 – unverändert gegenüber dem Vorjahr – 2,4 Jahre. Im Durchschnitt war die Aufenthaltsdauer bei Frauen länger als bei Männern (2,7 vs. 1,9 Jahre).
Langfristige Zunahme der pflegeintensiven Aufenthaltstage
Im Kanton Luzern wurden 2024 knapp 1'816'900 Heimtage fakturiert, was mehr sind als im Vorjahr (+1,7%). Tage, an welchen ein Heimzimmer trotz Abwesenheit der Klientenschaft reserviert bleibt, werden als Reservationstage erfasst. Ohne Reservationstage belief sich die Anzahl fakturierter Aufenthaltstage auf rund 1'793'700.
Gemäss Verordnung zum Krankenversicherungsgesetz wird der Pflegeaufwand für die Bewohner/innen in 12 Pflegestufen unterteilt, wobei jede Stufe einer Zunahme des täglichen Pflegeaufwands um 20 Minuten entspricht. Der Anteil der Aufenthaltstage ohne oder mit niedrigem Pflegebedarf (Pflegestufe 1–2, 1–40 Min./Tag) ist im 10-Jahres-Vergleich tendenziell rückläufig: Hatte er 2015 noch bei 21,2 Prozent gelegen, betrug er 2024 nur noch 14,5 Prozent. Hingegen stieg der Anteil der fakturierten Aufenthaltstage mit einem mittleren Pflegeaufwand (Pflegestufe 3–7, 41–140 Min./Tag) auf 52,9 Prozent an (2015: 50,0%). Der Anteil an fakturierten Aufenthaltstagen mit hohem Pflegeaufwand (Pflegestufen 8–12, 141 Min./Tag und mehr) belief sich 2024 auf 32,6 Prozent und lag damit deutlich höher als 10 Jahre zuvor (2015: 28,6%).
Personalbestand erneut gestiegen
Ende 2024 waren in den Pflegeheimen des Kantons Luzern 7'949 Personen beschäftigt. Das sind 146 Personen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im Jahresmittel ist von 5'561 auf 5'658 angestiegen. 2024 waren 3'564 der 5'658 VZÄ von Pflegepersonal besetzt. Pro 1000 verrechnete Heimtage standen insgesamt 3,2 VZÄ zur Verfügung, wovon 2,0 VZÄ auf die Pflege entfielen.
Auch 2024 waren die VZÄ in der Pflege am häufigsten mit Fachpersonal besetzt (43,7%). 8,4 Prozent hatten das Assistenzpersonal inne. Personen mit einem Abschluss als Pflegehelfer/in SRK oder solche in Praktika (Hilfspersonal Pflege/Betreuung) machten 20,4 Prozent der VZÄ aus. Pflegepersonal in Aus- oder Weiterbildung besetzten 20,5 Prozent der VZÄ. Der Anteil des Pflegepersonals ohne oder mit fachfremder Ausbildung betrug 6,6 Prozent. Im 10-Jahres-Vergleich hat sich seit 2015 die Zahl der Aus- und Weiterbildungsplätze um 6,9 Prozentpunkte erhöht und die Zahl des in der Pflege eingesetzten Personals ohne oder mit fachfremder Ausbildung um 1,8 Prozentpunkte reduziert.
LUSTAT Statistik Luzern / 23. Oktober 2025 / Autorin: Eliane Degonda