Krankenhäuser im Kanton Luzern 2024
Weniger Stellen im Akut- und Rehabereich, mehr Stellen in der Psychiatrie
2024 zählten die Spitäler im Kanton Luzern rund 66'300 stationäre Behandlungsfälle. Das entspricht einem Zuwachs von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Häufigste Hospitalisierungsgründe waren Muskel-Skelett-Erkrankungen, Verletzungen oder Krankheiten des Kreislaufsystems. Das Stellenvolumen insgesamt reduzierte sich im Akut- und im Rehabilitationsbereich, in der Psychiatrie nahm es hingegen zu.
Mit dem Projekt «Spitalstationäre Gesundheitsversorgung» (SpiGes) wurde die Datenerhebung der Daten der Spitäler schweizweit neu gestaltet. Die SpiGes-Daten lösen die Daten der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser, die Fallkostenstatistik sowie die Kosten- und Erlösträgerrechnung der Krankenhausstatistik ab. Zudem werden detaillierte Angaben zu den Rechnungen erhoben. Die Einführung von SpiGes erfolgte 2025 mit dem Datenjahr 2024.
Leistungserbringer
2024 waren in den zehn Krankenhäusern im Kanton Luzern rund 66'300 Personen stationär hospitalisiert. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Krankenhäuser erbrachten insgesamt rund 501'600 Pflegetage (+0,4%).
Mehr Hospitalisierungen im Akutbereich
Mit rund 60'100 Hospitalisierungen wurden 90,7 Prozent aller Fälle im Akutbereich behandelt. Zu diesem zählen das Luzerner Kantonsspital (LUKS), die Hirslanden Klinik St. Anna sowie das Geburtshaus Terra Alta. Alle drei Akutbetriebe verzeichneten 2024 eine Zunahme der stationären Hospitalisierungen (insgesamt +3,3%). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Akutspitälern betrug 4,8 Tage.
Mehr stationäre Fälle in Psychiatrie und Rehabilitation
Nicht zum Akutbereich zählen Psychiatrische Kliniken, Rehabilitationszentren und andere Spezialkliniken.
Die Luzerner Psychiatrie (LUPS) und das Therapiezentrum Meggen (Fachklinik für Suchtkrankheiten) behandelten 2024 rund 2'900 stationäre Fälle (+2,5% gegenüber Vorjahr). 2024 erbrachten die beiden Kliniken 4,4 Prozent aller stationären Hospitalisierungen und 22,7 Prozent der Pflegetage. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Psychiatrie betrug 38,2 Tage.
Zum Bereich der Rehabilitation zählen die Luzerner Höhenklinik Montana, die Rehaklinik Sonnmatt, die Neurorehabilitationskliniken Cereneo in Weggis und Vitznau sowie die Spezialklinik Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ). Insgesamt verzeichneten diese Kliniken 2024 rund 3'200 Hospitalisierungen (+3,8%). Damit vereinten die Rehabilitationsbetriebe (inkl. SPZ) 4,9 Prozent aller Hospitalisierungen und 19,9 Prozent aller geleisteten Pflegetage auf sich. Ein Rehabilitationsaufenthalt dauerte 2024 im Schnitt 29,5 Tage.
Gleichbleibende Bettenzahl in Psychiatrie und Rehabilitation
2024 standen in den Krankenhäusern des Kantons Luzern 1'565 Betten für stationäre Behandlungen zur Verfügung. Darin nicht eingeschlossen sind Notfallbetten, Isolationsbetten sowie Betten für Zivilschutz, gesunde Neugeborene oder ambulante Behandlungen.
Im Akutbereich waren 2024 insgesamt 929 Betten in Betrieb. Das sind 25 Betten weniger als im Vorjahr. In der Hirslanden Klinik St. Anna war es 2024 im Zusammenhang mit dem Neubauprojekt zu temporären Schliessungen von 24 Betten gekommen. Dass 2024 trotz kleinerer Bettenzahl mehr Hospitalisierungen im Akutbereich gezählt wurden, dürfte unter anderem auf die im Schnitt kürzer gewordenen Spitalaufenthalte in diesem Bereich zurückgehen.
Im Psychiatriebereich waren mit 313 Betten nahezu gleich viele Betten in Betrieb wie im Vorjahr (2023: 312 Betten). Die Bettenzahl des gesamten Rehabilitationsbereichs (inkl. SPZ) betrug 323 Betten, wobei in der Höhenklinik Montana im Vergleich zum Vorjahr 2 Betten weniger, in der Rehaklinik Sonnmatt 2 Betten mehr in Betrieb standen.
Patientinnen und Patienten
Verletzungen, Muskel-Skelett- oder Kreislauferkrankungen sind häufigste Hospitalisierungsgründe
Einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus machten 2024 am häufigsten Muskel-Skelett-Erkrankungen, Verletzungen oder Krankheiten des Kreislaufsystems erforderlich (je rund 12% aller Hospitalisierungen). 9,0 Prozent der Hospitalisierungen erfolgten aufgrund von Tumoren, 7,6 Prozent aufgrund von Krankheiten des Verdauungssystems.
Der Frauenanteil der stationär Hospitalisierten lag insgesamt bei 51,3 Prozent. Deutlich stärker vertreten waren die Frauen in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen (69,8%), bedingt durch die Spitalaufenthalte infolge Schwangerschaft und Geburt (7,5% aller Hospitalisierungen). Auch bei den Patienten/-innen im Alter ab 85 Jahren war der Frauenanteil grösser als der Männeranteil. Hierzu dürfte die höhere Lebenserwartung der Frauen beitragen.
Bei einem Viertel der Hospitalisierungen handelte es sich um stationäre Behandlungen von Personen aus anderen Kantonen.
Intensivbehandlungen und Todesfälle stabil
Im Kanton Luzern verfügen das Luzerner Kantonsspital (LUKS), die Hirslanden Klinik St. Anna und das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) über Intensivstationen. 2024 erfolgte in 7,4 Prozent aller Hospitalisierungen (inkl. Psychiatrie und Reha; rund 4'900 Fälle) ein Aufenthalt auf der Intensivstation, was den Vorjahreswerten entspricht. Häufigste Ursache für einen Intensivaufenthalt waren Erkrankungen des Kreislaufsystems wie beispielsweise Herzinfarkte oder Aortenaneurysmen (Aussackung der Hauptschlagader). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf einer Intensivstation betrug 2,9 Tage.
2024 starben 1'010 Personen in einem Luzerner Spital. Das entspricht 1,5 Prozent der stationären Behandlungsfälle. Auch dieser Anteil blieb gegenüber den Vorjahren stabil. Über die Hälfte der 2024 verstorbenen Patienten/-innen waren wegen Krankheiten des Kreislaufsystems oder tumorbedingt in Spitalbehandlung gewesen, rund ein Zehntel aufgrund von Krankheiten des Atmungssystems. Das Durchschnittsalter der verstorbenen Patienten/-innen lag bei 73 Jahren.
Personal
Rund 16 Prozent der Beschäftigten in Ausbildung
Ende 2024 waren in den Luzerner Krankenhäusern rund 12'600 Personen angestellt. 15,7 Prozent der Angestellten befanden sich in einer Ausbildung. Knapp ein Drittel der am Jahresende beschäftigten Personen war in der Administration, im technischen Dienst oder im Sozialdienst tätig, gut zwei Drittel in einer medizinischen Funktion. Die Stellenzahl insgesamt erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent auf im Jahresmittel rund 9'600 Vollzeitstellen (VZÄ). Nicht berücksichtigt ist dabei externes Personal (z.B. Belegärzte), für dessen Leistungen der Betrieb nicht sozialversicherungspflichtig ist.
Weniger Stellen im Akut- und Rehabereich, mehr Stellen in der Psychiatrie
Im Vergleich zur jährlichen Zunahme der VZÄ seit 2021 (durchschnittl. +2,9%) fiel das Stellenwachstum 2024 deutlich geringer aus. In den Akutspitälern reduzierte sich 2024 die Zahl der Arbeitsstellen insgesamt um 0,4 Prozent, wobei die Entwicklung pro Betrieb unterschiedlich war. Bei den Rehabilitationskliniken (ohne SPZ) nahm die Gesamtzahl der Stellen um insgesamt 6,3 Prozent ab. Am stärksten vom Stellenrückgang betroffen war die Luzerner Höhenklinik Montana. In den Psychiatriekliniken hingegen erhöhte sich die Stellenzahl im Vorjahresvergleich um 8,7 Prozent.
Weniger Stellen in der Pflege
Weniger gewachsen als in den Vorjahren ist die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte (+0,3%) sowie die Zahl der Stellen im medizinisch-technischen oder medizinisch-therapeutischen Bereich (+1,6%). Beim Pflegepersonal (inkl. Personen in Ausbildung) reduzierte sich die Zahl der VZÄ im Vergleich zum Vorjahr gar um knapp 50 Stellen (–1,2%). Das ist der erste Rückgang seit 2018. Beim gesamten Pflegepersonal verzeichneten der Akut- und Rehabilitationsbereich einen Stellenrückgang, die Psychiatriekliniken eine Zunahme. Beim Pflegepersonal in Ausbildung verzeichneten alle drei Krankenhaustypen 2024 eine Abnahme der Stellenzahl. Nach einem Höchstwert im Jahr 2021 mit insgesamt 998 Pflegestellen in Ausbildung, hat sich diese Zahl seitdem jährlich reduziert auf 859 Stellen im Jahr 2024.
Personalkosten betragen rund drei Fünftel des Gesamtaufwands
Die Personalkosten der Luzerner Krankenhäuser betrugen im Jahr 2024 rund 1,11 Milliarden Franken. Das sind 61,9 Prozent des gesamten Aufwands. Der gesamte Aufwand der zehn Luzerner Spitalbetriebe belief sich auf rund 1,80 Milliarden Franken. Das entspricht einer Zunahme von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ertrag erhöhte sich um 4,4 Prozent auf rund 1,76 Milliarden Franken.
LUSTAT Statistik Luzern / 25. November 2025 / Autorin: Agnes Zwimpfer