Gemeindefinanzen – Steuerfüsse und Budgets 2026

Gut zwei Drittel der Gemeinden budgetieren ein Defizit

Für das Jahr 2026 haben die 79 Luzerner Gemeinden in ihren Budgets insgesamt einen Aufwandüberschuss von 8,7 Millionen Franken eingeplant. 55 Gemeinden rechnen mit einem Defizit und 24 Gemeinden mit einem Überschuss. Bei den Investitionen budgetieren die Gemeinden Nettoausgaben von 561,2 Millionen Franken. Die höchsten Nettoinvestitionen sind im Bereich Bildung veranschlagt.

Zusammen mit dem Budget wird von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament der Steuerfuss beschlossen. Die Höhe des Steuerfusses ist ein wesentlicher Bestandteil der Budgetierung der ordentlichen Gemeindesteuereinnahmen. Die Bandbreite der Gemeindesteuerfüsse 2026 reicht – unverändert gegenüber dem Vorjahr – von 0,9 bis 2,4 Einheiten. 14 der 79 Luzerner Gemeinden haben 2026 ihren Steuerfuss gesenkt, 9 Gemeinden haben ihn erhöht.

Steuerfüsse 2026

Die tiefsten Steuerfüsse im Kanton finden sich bei den Gemeinden am Vierwaldstättersee und der Agglomeration Luzern sowie in der Region um den Sempachersee. Höhere Steuerfüsse weisen insbesondere die Gemeinden in den Regionen Entlebuch und Willisau auf.

Steuerfuss bleibt in Mehrheit der Gemeinden unverändert

Bei 23 Gemeinden liegt der Steuerfuss im Bereich zwischen 1,80 bis 1,95 Einheiten und bei 22 Gemeinden zwischen 2,00 bis 2,15 Einheiten. Einen tieferen Steuerfuss als 1,80 Einheiten weisen 20 Gemeinden aus; einen höheren Steuerfuss als 2,15 Einheiten 14 Gemeinden.

Der Median der Luzerner Gemeindesteuerfüsse liegt bei 1,90 Einheiten. 40 Gemeinden weisen einen Steuerfuss von bis zu 1,90 Einheiten aus.

2026

2026 haben 14 Luzerner Gemeinden den Steuerfuss gegenüber dem Vorjahr gesenkt; 9 Gemeinden haben ihn erhöht. In 56 der 79 Luzerner Gemeinden bleibt der Gemeindesteuerfuss unverändert. Die stärkste Steuerfusssenkung betrug 0,25 Einheiten (Meierskappel). 7 Gemeinden nahmen eine Reduktion um 0,10 Einheiten vor (darunter die Stadt Luzern). 6 Gemeinden reduzierten ihren Steuerfuss um je 0,05 Einheiten. Die Steuerfusserhöhungen bewegen sich zwischen 0,10 und 0,20 Einheiten.

Bandbreite der Steuerfüsse bleibt konstant

Den tiefsten Steuerfuss der Luzerner Gemeinden weist seit 2000 ununterbrochen Meggen aus (Steuerfuss inkl. Bürgergemeinde und Rabatt). Er liegt 2026 gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 0,90 Einheiten und damit nur geringfügig über dem Minimum aus dem Jahr 2020 von 0,89 Einheiten.

Der höchste Steuerfuss der Luzerner Gemeinden beträgt unverändert 2,40 Einheiten (Luthern). Der Wert liegt unter dem Maximum von 2,60 Einheiten, das in den Gemeinden des Kantons Luzern zwischen 2015 und 2017 erreicht worden war.

Während der tiefste Steuerfuss 2026 um 0,14 Einheiten tiefer liegt als noch im Jahr 2000, liegt der höchste Steuerfuss mit jenem aus dem Jahr 2000 gleichauf. Der mittlere Steuerfuss zeigt seit 2000 einen Abwärtstrend. Im Jahr 2000 hatte er 2,02 Einheiten betragen; 2026 beträgt der provisorische mittlere Steuerfuss 1,66 Einheiten. Der definitive Wert kann erst ausgewiesen werden, wenn die Rechnungsabschlüsse für das Jahr 2026 vorliegen.

Mehr als zwei Drittel der Luzerner/innen mit Gemeindesteuerfuss unter 2 Einheiten

Mit der weiteren Steuersenkung der Stadt Luzern fällt mit 24 Prozent der grösste Anteil der Kantonsbevölkerung in die Kategorie der Personen, die mit 1,40 bis 1,45 Einheiten besteuert werden; neben der Stadt Luzern befinden sich die 3 Gemeinden in dieser Kategorie: Horw, Vitznau und Eschenbach. 20 Prozent der Bevölkerung befinden sich in der Kategorie von 1,80 bis 1,85 Einheiten. Nach einer Steuersenkung um 0,05 Einheiten gehört 2026 auch die Stadt Kriens dieser Kategorie an. Neben Kriens befinden sich weitere 15 Gemeinden in dieser Kategorie. In die Kategorie mit einem Steuerfuss von 2,10 bis 2,15 Einheiten fallen 15 Prozent der Bevölkerung. In diesem Bereich liegt – neben 12 weiteren Gemeinden – die bevölkerungsstarke Gemeinde Emmen.

40 Prozent der Luzerner Bevölkerung werden mit einem Gemeindesteuerfuss von bis zu 1,75 Einheiten besteuert (20 Gemeinden liegen in diesem Bereich), während etwas mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (68%) zu einem Steuerfuss von bis zu 1,95 Einheiten besteuert werden (43 Gemeinden).

Gemeindebudgets 2026

Die festgesetzten Budgets 2026 der Luzerner Gemeinden sehen insgesamt einen Aufwandüberschuss von 8,7 Millionen Franken vor. Das festgesetzte Budget ist das von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament beschlossene Budget. In den festgesetzten Budgets werden Kreditübertragungen zwischen den Jahren sowie allfällige Nachtragskredite nicht berücksichtigt.

Mehr als zwei Drittel der Gemeinden budgetieren Aufwandüberschuss

2026 rechnen 55 der 79 Luzerner Gemeinden mit einem Defizit (2025: 64 Gemeinden). 14 Gemeinden veranschlagen einen Aufwandüberschuss von mehr als 1 Million Franken. Darunter befinden sich 2 der 5 bevölkerungsreichsten Gemeinden: Horw und Ebikon.

Mit einem Ertragsüberschuss rechnen 24 der 79 Luzerner Gemeinden. Einen hohen Überschuss von über 1 Million Franken erwarten 3 Gemeinden. Die Stadt Luzern budgetierte mit 26,1 Millionen Franken den höchsten Überschuss, gefolgt von der Stadt Kriens mit 4,8 Millionen Franken und der Gemeinde Neuenkirch mit 1,2 Millionen Franken.

Die insgesamt von den Luzerner Gemeinden für das Jahr 2026 budgetierten Aufwände betragen 4'589,3 Millionen Franken; die Erträge 4'580,6 Millionen Franken, davon 1'767,6 Millionen Fiskalerträge. Die höchsten Nettobelastungen sind in den Bereichen Bildung (688,2 Mio. Fr.) und Soziale Sicherheit (635,6 Mio. Fr.) budgetiert.

Investitionen von fast 238 Millionen für Bildung veranschlagt

Alle 79 Luzerner Gemeinden planen, im Jahr 2026 zu investieren. Insgesamt sind Nettoinvestitionen von 561,2 Millionen Franken budgetiert. Das sind 22,3 Millionen mehr als in den Vorjahresbudgets. Die höchsten Nettoinvestitionen sieht die Stadt Luzern vor (138,2 Mio. Fr.), gefolgt von der Stadt Kriens (34,5 Mio. Fr.).

Mit 237,9 Millionen Franken die höchste Summe für Nettoinvestitionen veranschlagen die Luzerner Gemeinden im Bereich Bildung; 74 Gemeinden planen entsprechende Investitionsausgaben. Mit 0,05 Millionen Franken sind die tiefsten Nettoinvestitionen im Bereich Finanzen und Steuern veranschlagt; lediglich die Gemeinde Pfaffnau plant, in diesem Bereich zu investieren.

LUSTAT Statistik Luzern / 25. März 2026 / Autorin: Irene Diamantis