Bildungsszenarien 2023–2037

Zahl der Lernenden in den nächsten Jahren weiter steigend

Bildungsszenarien zeigen auf, wie sich die Lernendenzahlen unter Berücksichtigung von bestimmten Modellannahmen zukünftig entwickeln werden. Im Bildungsbereich sind solche Szenarien von hoher Bedeutung, sei es für die Planung im Bereich der Schulinfrastruktur (z.B. Schulraum) oder zur Abschätzung des zukünftigen Bedarfs an Lehrpersonen sowie zur Planung von deren Pensen.

Hauptsächlicher Einflussfaktor für die Lernendenzahlen ist die Bevölkerungsentwicklung (vgl. Bevölkerungsszenarien 2023–2050). Im Kanton Luzern hat die Einschulung geburtenstarker Jahrgänge dazu geführt, dass die Zahl der Kinder in der Kindergartenstufe seit dem Schuljahr 2010/11 – und in den darauffolgenden Jahren auch auf den weiteren Schulstufen – wieder ansteigen. Seit dem Schuljahr 2018/19 erhöhen sich auch in der Sekundarstufe I die Lernendenzahlen. Wie die von LUSTAT neu aktualisierten Bildungsszenarien zeigen, wird sich dieser Trend auch in den nächsten Schuljahren weiter fortsetzen.

Nebst den demografischen Entwicklungen beeinflussen strukturelle Veränderungen (z.B. erleichterte Aufnahmebedingungen BM) im Bildungssystem die Grundgesamtheit der Schüler/innen. Solche strukturellen Veränderungen werden in das Berechnungsmodell der LUSTAT-Bildungsszenarien mit einbezogen.

Wachstum auf Primarstufe wird bis 2035 anhalten

Seit dem Schuljahr 2016/17 verfügen alle Luzerner Gemeinden obligatorisch über ein 2-jähriges Kindergartenangebot oder das einer Basisstufe. Neben den demografiebedingten Effekten begünstigt diese Angebotserweiterung das Wachstum der Lernendenbestände auf der Kindergartenstufe zusätzlich. Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird im Kanton Luzern bis ins Schuljahr 2030/31 die Zahl der Kindergartenkinder auf rund 7'520 anwachsen (gegenüber 2022/23: +8%). Danach ist ein leichter Rückgang zu erwarten. Die Zahl der Kinder in der Basisstufe soll bis in Schuljahr 2032/33 auf rund 2'090 steigen (gegenüber 2022/23: +9%) und danach leicht abnehmen.

Die Einschulung der geburtenstarken Jahrgänge führt auch in den Primarschulen seit dem Schuljahr 2014/15 zu einem kontinuierlichen Wachstum. Die Lernendenzahl steigt gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2035/36 auf rund 28'100 Schüler/innen an (gegenüber 2022/23: +14%). Danach werden auch diese Lernendenbestände bis ins Jahr 2037 wieder abnehmen.

Lernendenzahl auf Sekundarstufe I steigt bis 2037 um rund 20 Prozent

Auf der Sekundarstufe I – hierzu zählen die Sekundarschule, die 1.–3. Klasse des Langzeitgymnasiums sowie die 3. Klasse des Kurzzeitgymnasiums – steigt die Zahl der Lernenden demografiebedingt seit dem Schuljahr 2018/19 wieder an. Bis ins Schuljahr 2037/38 werden insgesamt gut 15'200 Lernende erwartet (gegenüber 2022/23: +21%).

An den Luzerner Sekundarschulen werden gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien bis ins Schuljahr 2031/32 gut 11'400 Lernende erwartet (gegenüber 2022/23: +14%). Nach einem Rückgang der Lernendenzahl im Schuljahr 2033/34, steigen die Lernendenzahlen bis ins Schuljahr 2037/38 weiter an. Bis ins Schuljahr 2037/38 werden es knapp mehr als 12'000 Lernende sein, womit wieder die Höchstwerte von 2007/08 erreicht würden.

In den Gymnasien werden auf der Sekundarstufe I bis ins Schuljahr 2037/38 gut 3'100 Lernende erwartet (gegenüber 2022/23: +19%). Dabei gehen die LUSTAT-Bildungsszenarien von leicht erhöhten Übertritten ins Gymnasium im Raum Sursee aus, u.a. aufgrund von Zuzügen bildungsnaher Familien in die Region. Die Zahl der Gymnasiasten/-innen insgesamt (Sekundarstufe I und II) wird bis zum Schuljahr 2037/38 auf knapp 6'500 Lernende ansteigen (gegenüber 2022/23: +22%).

Anstieg der Lernendenbestände auf der Sekundarstufe II bis 2035

Während auf der Sekundarstufe II in den letzten Jahren rückläufige Lernendenzahlen zu verzeichnen waren, werden die geburtenstarken Jahrgänge demnächst auch in die nachobligatorischen Bildungsgänge eintreten. Gemäss den LUSTAT-Bildungsszenarien wird die Zahl der Lernenden auf der Sekundarstufe II bereits ab dem Schuljahr 2024/25 wieder ansteigen. Bis ins Schuljahr 2035/36 wird mit einem Höchststand von knapp 16'600 Lernenden in der beruflichen Grundbildung (EFZ und EBA) gerechnet (gegenüber 2022/23: +20%).

In der beruflichen Grundbildung sind die Szenarien mit grösseren Unsicherheiten behaftet, da nebst demografischen Aspekten auch viele weitere Faktoren wie die Attraktivität des Ausbildungsangebots oder die Situation auf dem Arbeitsmarkt die persönlichen Ausbildungsentscheide der Lernenden wesentlich beeinflussen. Zudem ist davon auszugehen, dass sich die verschiedenen Bildungsfelder der beruflichen Grundbildung aufgrund gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen unterschiedlich entwickeln werden.

Zu den LUSTAT-Bildungsszenarien

Die LUSTAT-Bildungsszenarien werden in periodischen Abständen auf Basis neuer demografischer Entwicklungen sowie den sich verändernden Gegebenheiten im Bildungssystem aktualisiert. Die verschiedenen Modellannahmen werden jeweils in Zusammenarbeit mit Experten/-innen des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern getroffen. Szenarien sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Die Ergebnisse hängen stark von den in den Berechnungsmodellen getroffenen Annahmen und Hypothesen sowie deren Quantifizierbarkeit und der damit verbundenen Datenverfügbarkeit ab.

Detaillierte Informationen zur Berechnungsweise und zur Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse der LUSTAT-Bildungsszenarien 2023–2037 finden sich im Methodenbericht.

Autorin: Antje Schattat / 14.05.2024

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LUSTAT Statistik Luzern

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