Gemeindefinanzen – Steuerfüsse und Budgets 2025

Aufwandüberschuss von 41 Millionen Franken budgetiert

Für das Jahr 2025 haben die 79 Luzerner Gemeinden in ihren Budgets insgesamt einen Aufwandüberschuss von 41,3 Millionen Franken eingeplant. 64 Gemeinden rechnen mit einem Defizit und 15 Gemeinden mit einem Überschuss. Bei den Investitionen budgetieren die Gemeinden Nettoausgaben von 538,9 Millionen Franken. Die höchsten Nettoinvestitionen sind im Bereich Bildung veranschlagt.

Zusammen mit dem Budget wird von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament der Steuerfuss beschlossen. Die Höhe des Steuerfusses ist ein wesentlicher Bestandteil der Budgetierung der ordentlichen Gemeindesteuereinnahmen. Die Bandbreite der Gemeindesteuerfüsse 2025 reicht – unverändert gegenüber dem Vorjahr – von 0,90 bis 2,40 Einheiten. 11 der 79 Luzerner Gemeinden haben einen tieferen Steuerfuss und 5 Gemeinden einen höheren Steuerfuss beschlossen als im Vorjahr.

Steuerfüsse 2025

Die tiefsten Steuerfüsse im Kanton finden sich bei Gemeinden am Vierwaldstättersee und der Agglomeration Luzern sowie in der Region um den Sempachersee. Höhere Steuerfüsse weisen insbesondere Gemeinden in den Regionen Willisau und Entlebuch aus.

Steuerfusssenkungen von bis zu 0,3 Einheiten

Bei 25 Gemeinden liegt der Steuerfuss im Bereich zwischen 1,80 bis 1,95 Einheiten und bei 19 Gemeinden zwischen 2,00 bis 2,15 Einheiten. Einen tieferen Steuerfuss als 1,80 Einheiten weisen 20 Gemeinden aus; einen höheren Steuerfuss als 2,15 Einheiten 15 Gemeinden.

Der Median der Luzerner Gemeindesteuerfüsse liegt bei 1,95 Einheiten. 45 Gemeinden weisen einen Steuerfuss von bis zu 1,95 Einheiten aus.

2025

2025 haben 11 Luzerner Gemeinden den Steuerfuss gegenüber dem Vorjahr gesenkt. Zusätzlich weist die Karte bei der neu fusionierten Gemeinde Root (Fusion mit Honau) eine Steuerfusssenkung aus, da für den Vergleich mit dem Vorjahr 2024 vom mittleren Steuerfuss zwischen Honau und Root ausgegangen wird. Im Gegensatz zu Root hatte Honau damals einen höheren Steuerfuss gehabt. 5 Luzerner Gemeinden haben den Steuerfuss gegenüber dem Vorjahr erhöht. In 63 der 79 Luzerner Gemeinden bleibt der Gemeindesteuerfuss unverändert (inkl. Root). Die stärkste Steuerfusssenkung betrug 0,30 Einheiten (Rickenbach); 3 Gemeinden nahmen eine Reduktion um 0,10 Einheiten vor (darunter die Stadt Luzern). 7 Gemeinden reduzierten ihren Steuerfuss um je 0,05 Einheiten. Die Steuerfusserhöhungen bewegen sich zwischen 0,10 und 0,15 Einheiten.

Bandbreite der Steuerfüsse bleibt konstant

Den tiefsten Steuerfuss der Luzerner Gemeinden weist seit 2000 ununterbrochen Meggen aus (Steuerfuss inkl. Bürgergemeinde und Rabatt). Er liegt 2025 gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 0,90 Einheiten, womit das Minimum aus dem Jahr 2020 von 0,89 Einheiten nur geringfügig überboten wird.

Der höchste Steuerfuss der Luzerner Gemeinden beträgt unverändert 2,40 Einheiten (Altbüron und Luthern). Der Wert liegt unter dem Maximum von 2,60 Einheiten, das in den Gemeinden des Kantons Luzern 2015 bis 2017 erreicht worden war.

Während der tiefste Steuerfuss 2025 um 0,14 Einheiten tiefer liegt als noch im Jahr 2000, liegt der höchste Steuerfuss im Vergleich dieser beiden Jahre gleichauf. Der mittlere Steuerfuss zeigt seit 2000 einen Abwärtstrend. Im Jahr 2000 hatte er 2,02 Einheiten betragen; 2025 beträgt der provisorische mittlere Steuerfuss 1,70 Einheiten. Der definitive Wert kann erst ausgewiesen werden, wenn die Rechnungsabschlüsse 2025 vorliegen.

Hälfte der Luzerner Bevölkerung mit Gemeindesteuerfuss unter 1,9 Einheiten

Durch die Steuerfusssenkung der Stadt Luzern fällt nun mit 24 Prozent der grösste Bevölkerungsanteil in die Kategorie der Personen, die mit 1,50 bis und mit 1,55 Einheiten besteuert werden; es befinden sich neben der Stadt Luzern 5 weitere Gemeinden in dieser Kategorie. 19 Prozent der kantonalen Bevölkerung befinden sich in der Kategorie von 1,90 bis 1,95 Einheiten, der auch die Stadt Kriens angehört. Neben Kriens befinden sich noch 12 weitere Gemeinden in dieser Kategorie. In die Kategorie mit einem Steuerfuss von 2,10 bis 2,15 Einheiten fallen 14 Prozent der Bevölkerung. In diesem Bereich liegt die bevölkerungsstarke Gemeinde Emmen neben 9 weiteren Gemeinden.

Die Hälfte der Luzerner Bevölkerung (51%) wird mit einem Gemeindesteuerfuss von bis zu 1,85 Einheiten besteuert; 32 Gemeinden liegen in diesem Bereich. Rund drei Viertel der Bevölkerung (78%) werden zu einem Steuerfuss von bis zu 2,05 Einheiten besteuert; das sind 54 Gemeinden.

Gemeindebudgets 2025

Die festgesetzten Budgets 2025 der Luzerner Gemeinden sehen insgesamt einen Aufwandüberschuss von 41,3 Millionen Franken vor. Das festgesetzte Budget ist das von den Stimmberechtigten oder dem Gemeindeparlament beschlossene Budget. In den festgesetzten Budgets werden Kreditübertragungen zwischen den Jahren sowie allfällige Nachtragskredite nicht berücksichtigt.

Vier Fünftel der Gemeinden budgetierten Aufwandüberschuss

2025 rechnen 64 der 79 Luzerner Gemeinden mit einem Defizit (2024: 53 Gemeinden). 18 Gemeinden veranschlagen einen Aufwandüberschuss von mehr als 1 Million Franken. Darunter befinden sich 4 der 5 bevölkerungsreichsten Gemeinden: Luzern, Horw, Ebikon und Emmen. Die Stadt Luzern budgetierte mit 16,0 Millionen Franken das höchste Defizit, gefolgt von Horw mit 5,8 Millionen Franken.

Mit einem Ertragsüberschuss rechnen 15 der 79 Luzerner Gemeinden. Einen hohen Überschuss von über 1 Million Franken erwarten 5 Gemeinden. Mit 20,6 Millionen Franken budgetierte die Stadt Kriens den höchsten Ertragsüberschuss.

Die insgesamt von den Luzerner Gemeinden für das Jahr 2025 budgetierten Aufwände betragen 4'313,4 Millionen Franken; die Erträge 4'272,1 Millionen Franken, davon 1'646,3 Millionen Fiskalerträge. Die höchsten Nettobelastungen sind in den Bereichen Bildung (619,0 Mio. Fr.) und Soziale Sicherheit (602,7 Mio. Fr.) budgetiert.

Investitionen von 264 Millionen für Bildung veranschlagt

Alle 79 Luzerner Gemeinden planen im Jahr 2025 zu investieren. Insgesamt sind Nettoinvestitionen von 538,9 Millionen Franken budgetiert. Das sind 81,1 Millionen mehr als in den Vorjahresbudgets. Die höchsten Nettoinvestitionen sieht die Stadt Luzern vor (134,8 Mio. Fr.), gefolgt von der Gemeinde Emmen (33,3 Mio. Fr.).

Mit 263,8 Millionen Franken die höchste Summe für Nettoinvestitionen veranschlagen die Luzerner Gemeinden im Bereich Bildung; 73 Gemeinden planen entsprechende Investitionsausgaben. Mit 0,7 Millionen Franken sind die tiefsten Nettoinvestitionen im Bereich Soziale Sicherheit veranschlagt; 7 Gemeinden planen in diesem Bereich Investitionen.

LUSTAT Statistik Luzern / 13. März 2025 (aktualisiert am 28. August 2025) / Autorin: Anita Brunner